Michael Speckmann – Rezitator

„Kunst ist, wenn ein Stück Schönheit vom Himmel
auf die Erde transportiert wird.“

Stefan Zweig

 

„… und ist der Text in den Stoff inkarniertes Wort, so ist die Rezitation dessen Befreiung, die Rückführung des Geistes.“ 

Michael Speckmann

 


 

Michael Speckmann ist ein Gärtner mit einem besonderen Faible für Sprache. Er genießt es, durch die Landschaften der Dichter und Denker zu flanieren und deren Blüten und Früchte seinem Publikum darbieten zu dürfen. Vor allem der klassischen Dichtkunst zugewandt, rezitiert er auch die moderne Kurzgeschichte. Er „erfühlt“ die Texte, um Sie in einer lebendigen Präsentation mit klarer Diktion, gerne mit klassischer Musik verbunden, erlebnisfähig zu machen.

Von 2011 bis 2012 nahm er Sprech- und Schauspielunterricht bei dem Sprecherzieher und Schauspieler Dieter Grell aus Herford, klassischen Gesangsunterricht und Stimmbildung bei Waldemar Becker in Espelkamp und Erwin Stephan in Wetzlar. Er steht seit 2013 auch auf der Theaterbühne und spielte in Wolfsburg unter der Regie von Ozana Costin in dem Stück „Ich liebe dich“ und in Wetzlar unter der Regie von Oliver Meyer-Ellendt bei „Pagenstecher in Nassau“, „Lotte in Weimar“ und „Der Hund – eine goetheatralische Komödie“.

Sein Hauptaugenmerk liegt auf Stefan Zweig, dessen Worte er „als seine Heimatsprache“ ansieht. Er performte zuletzt folgende Novellen und historische Miniaturen: „Schachnovelle“, „Phantastische Nacht“, „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“, „Unvermutete Bekanntschaft mit einem Handwerk“, „Georg Friedrich Händels Auferstehung“.

Im gemeinsamen Auftritt mit dem Trio Literato präsentiert er Goethes „Wilhelm Meisters theatralische Sendung“ und Stefan Zweigs „Brasilien“.

Michael Speckmann ist leidenschaftlicher Tango-Tänzer und lebt in Wetzlar.

Aktuell – Termine der Lesungen und Bühnenauftritte

22.04.2018 – 11.00 Uhr

Matinée in der Stadbibliothek Wetzlar
Michael Speckmann liest Hermann Hesses „Iris“ und
Oscar Wildes „Der selbstsüchtige Riese“

Michael Speckmann liest Kunstmärchen von Hermann Hesse und Oscar Wilde. In seinem sprachlich wohl schönsten Werk „Iris“ beschreibt Hesse Anselms Lebensreise durch die Welt der Blumen, der Liebe, des Blühens und Welkens, von Kindheit, Jugend, Alter und Tod. Oscar Wilde erzählt vom „Selbstsüchtigen Riesen“ und dessen wunderbarer Wandlung im Garten durch die Kinder und durch die Liebe.

Geplant
November 2018:
Verein Frau und Kultur Gießen, Seniorenresidenz Johannesstift

24 Stunden aus dem
Leben einer Frau

… die Begegnung einer Dame Anfang des 19. Jahrhunderts mit einem Spieler. Eine übermächtige Leidenschaft, einfühlsam beschrieben vom Meister der psychologischen Novelle.

Michael Speckmann gibt den Texten mit seiner ausdrucksvollen Stimme eine besondere Note, die den Zuhörer in den Bann zieht und die Lesung zu einem eindrucksvollen Erlebnis werden lässt.

 

 

 


Historie

Zurückliegende Events (im Archiv)

Hörproben

„Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst Du nur das Zauberwort.“

Joseph von Eichendorff

 

„ Jedes Wort in einem Text hat einen bestimmten Ton.
Triffst du IHN, beginnt ES zu leben.“

Michael Speckmann

 

Hier erhalten Sie Hörbeispiele aus verschiedenen Lesungen Michael Speckmanns.


 

Ewigkeit

Immer wieder und wieder
steigst du hernieder
in der Erde wechselnden Schoß,
bis du gelernt im Licht zu lesen,
dass dein Leben und Sterben eins gewesen
und alle Zeiten zeitenlos.
Bis sich die mühsame Kette der Dinge
zum immer ruhenden Ringe
in dir sich reiht –
in deinem Willen ist Weltenwille,
Stille ist in dir – Stille –
Und Ewigkeit.

Manfred Kyber

 


Stefan Zweig

„Die Welt von Gestern“

Paris, Begegnung mit Rodin

Menschen dieser seltenen Art waren ein großer Gewinn für einen Beginnenden; aber die entscheidende Lehre hatte ich noch zu empfangen, eine, die für das ganze Leben gelten sollte. Sie war ein Geschenk des Zufalls. Bei Verhaeren waren wir in eine Diskussion mit einem Kunsthistoriker gekommen, der klagte, die Zeit der großen Plastik und Malerei sei vorüber. Ich widersprach heftig. Sei nicht Rodin noch unter uns, nicht geringer als Gestalter als die Großen der Vergangenheit? Ich begann seine Werke aufzuzählen und geriet wie immer, wenn man gegen einen Widerspruch kämpft, in fast zornigen Schwung. Verhaeren lächelte in sich hinein. »Jemand, der Rodin so liebt, sollte ihn eigentlich kennenlernen«, sagte er am Ende. »Morgen bin ich in seinem Atelier. Wenn es dir recht ist, nehme ich dich mit.«


 

 


Das Weihnachtslied

Ich verkünde große Freude,
Die Euch widerfahren ist;
Denn geboren wurde heute
Euer Heiland Jesu Christ!“

Jubelnd tönt es durch die Sphären,
Sonnen kündens jedem Stern,
Weihrauch duftet auf Altären
Beter knien nah und fern…

Karl May


Die Erblindende

Sie saß so wie die anderen beim Tee.
Mir war zuerst, als ob sie ihre Tasse
ein wenig anders als die andern fasse.
Sie lächelte einmal. Es tat fast weh…

Rainer Maria Rilke


Der Zauberlehrling

Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch…

Johann Wolfgang von Goethe


Der Lotos

Der Lotos schimmert wieder auf dem Teich
Als weiße Blüte, die die Götter grüßt;
Doch seine Wurzel wohnt, wo wirr und wüst
Gestorbnes niedersinkt ins düstre Reich…

Herbert Fritsche

 

Biographie von Herbert Fritsche (Autor: Werner Zachmann) – Link zur Website

 


 

Marienbader Elegie

Was soll ich nun vom Wiedersehen hoffen,
Von dieses Tages noch geschlossner Blüte?
Das Paradies, die Hölle steht dir offen;
Wie wankelsinnig regt sich’s im Gemüte! —
Kein Zweifeln mehr! Sie tritt ans Himmelstor,
Zu ihren Armen hebt sie dich empor…

Johann Wolfgang von Goethe

 

 

Fotogalerie

 

 


 

Trio Literato

Das Trio Literato ist eine glückliche Zusammenfügung von vier leidenschaftlich-künstlerischen Menschen, welche sich im Jahr 2016 zusammen gefunden haben, um musikalische und literarische Ergüsse zu verbinden und sie theatralisch erlebbar zu machen.

Trio Literato

Die Musiker Peter Haagen und Jörn Martens

Peter Haagen studierte von 1975-1982 klassische Gitarre an der Musikhochschule Frankfurt am Main und legte neben dem Erwerb des Diploms als Instrumentalpädagoge die künstlerische Reifeprüfung ab. Seit dieser Zeit unterrichtete er an der Wetzlarer Musikschule, an der Weilburger Musikschule sowie an der Justus-Liebig-Universität Gießen in der Lehrerausbildung. Im mittelhessischen Raum konzertierte er solistisch, in der Besetzung Flöte/Gitarre mit Michael Hoyer sowie im Gitarrenduo in zahlreichen Konzerten.

Gitarrenduo - Peter Haagen und Jörn Martens
Gitarrenduo – Peter Haagen und Jörn Martens

Jörn Martens studierte Musikwissenschaft und Musikpädagogik in Gießen. Seine klassische Gitarrenausbildung erhielt er hier bei David Forstman sowie bei Jens Kienbaum in Köln. Als Kammermusiker und Solist wirkte Jörn Martens bisher an verschiedensten Ensembles und Produktionen mit. Seine Konzerttätigkeit führte ihn durch ganz Deutschland. Weiterhin spielte er zwei CDs ein: mit dem „Duo Anacleto“ die CD „Sur“ sowie die Solo-Produktion „Movido“. Er arbeitet als Instrumentalpädagoge an den Musikschulen Gießen und Wetzlar. Seit 2010 leitet er den Fachbereich Gitarre an der Wetzlarer Musikschule.

Der Regisseur

Oliver Meyer-Ellendt leitet seit 15 Jahren als Autor und Regisseur das STATT THEATER WETZLAR. Nach einem Studium der Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft ging Oliver Meyer-Ellendt zunächst an das Stadttheater Gießen und leitete das Opern-Ensemble „Kieler Opernkiste“.

Oliver Meyer-Ellendt, Regisseur

Er arbeitete an den Bühnen von Münster, Kiel und Bremerhaven und wurde künstlerischer Leiter und Regisseur am Wetzlarer Kellertheater. Seit 2001 ist Oliver Meyer-Ellendt künstlerischer Leiter des STATT THEATER WETZLAR sowie Autor und Regisseur historischer Freilichtaufführungen in Wetzlar, Weilburg, Braunfels und Nassau. Seit 2004 inszeniert Oliver Meyer-Ellendt am Stadttheater Gießen, unter anderem die Produktionen des Klavierkabarettisten Martin Gärtner (u. A. das inzwischen seit sechs Spielzeiten erfolgreich laufende „König Ödipus“ nach Bodo Wartke) sowie seit 2011 die Produktionen des Kinder- und Jugendchors des Stadttheater Gießens („Africa“, „Brundibar“, „One sun, one world“, „Die Piraten von Penzance“). Für die Goethe-Gesellschaft Wetzlar schrieb und inszenierte Oliver Meyer-Ellendt u. A. „FarbenWesen – Goethes Farbenlehre auf der Bühne“ (2008), „Lotte in Weimar“ nach Thomas Mann (2014) sowie „Der Hund“ (Uraufführung August 2017)

 

Und
Der Rezitator

Michael Speckmann…


Die Presse über die Lesung „Weihnachten im Hause Goethe“

Zum Bericht in der Gießener Allgemeinen Zeitung über die szenische Lesung in der Stadtbibliothek Lich am 16.12.2017


Die Presse über eine Lesung „Wilhelm Meisters theatralische Sendung“ in Lich (zum Vergrößern auf das Bild klicken):